Donnerstag, 15. April 2021, 19.30-21.00 Uhr
Ausgebrannt – Ein Jahr Corona in der Enge der eigenen 4 Wände
Nun ist sie endlich an den Start gegangen, WiederSprechen – die Gesprächsreihe über Erfahrungen mit der Pandemie – im Dialog mit Expert*nnen der Stadtgesellschaft von Köln.
Und wie sie an den Start gegangen ist: mit einem gut gelaunten, konzentrierten Moderator, Arnd Henze, der einen respektvollen, freien, intensiven Raum öffnete. Mit kompetenten und spürbar engagierten Expert*innen: Prof. Dr. Harald Rau, Sozialdezernent der Stadt Köln, Franco Clemens, Streetworker, und Natascha Telesio, Leiterin des Familienzentrums Am Kölnberg. – und mit einem mutigen, redefreudigen Publikum.

Gut, dass wir wieder sprechen, denn es gibt so viele Widersprüche. Franco Clemens redete nicht drumherum. Die Situation für die Obdachlosen in Köln sei eine Katastrophe, es gäbe durch die Pandemiemaßnahmen keine öffentlichen Toiletten mehr!
Dr. Rau stahl sich nicht aus der Verantwortung, ja, es sei nicht gelungen, ein Toilettenkonzept zu erarbeiten und umzusetzen, daran gäbe es nichts zu beschönigen und das sei beschämend.
Breiten Raum nahm auch die bevorstehende Ausgangssperre ein. Dr. Rau machte kein Geheimnis daraus, dass die Wirkung umstritten ist, aber die besorgniserregende Situation auf den Intensivstationen mache ein schnelles Handeln der Stadt notwendig.
Frau Telesio wies auf die psychologische Dimension hin, gerade auch für die Kinder. Am Kölnberg, dort wohnen viele hundert Menschen in einem Haus, und mit nur ein bis zwei Aufzügen wird das Verlassen der Wohnung zum Risiko. Die Angst verstärke sich.
Und wohin sollen die Obdachlosen?
Nein, es gab keine Lösungen an diesem Abend. Aber es gab ein tieferes Verstehen und eine Perspektive: in Zukunft im Gespräch zu bleiben und die Expertise der verschiedenen Mitspieler im sozialen Gefüge der Stadt abzurufen.
Antje Rienecker, 20. April 2021
